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  Der lange Weg zum Heckmotor
Geschichte   Der lange Weg zum Heckmotor
17.11.2011 von admin


Ein sonderlich langes Leben ist dieser ersten kleinen Nachkriegsbusfamilie, die das Werk Sindelfingen von Frühjahr 1948 bis Herbst 1950 mit insgesamt 649 Exemplaren als komplette Busse verlässt, allerdings nicht beschieden. Inklusive der als Fahrgestell ausgelieferten Einheiten beträgt die Produktionszahl der Busse O 4500 und O 5000 exakt 770 Einheiten. Auch wenn sie mit ihrer Haubenbauweise und Niederrahmenkonstruktion einer allmählich aussterbenden Spezies angehörten und den bald aufkommenden Frontlenkern und der selbsttragenden Bauweise das Feld zu räumen haben, gebührt ihnen doch ein Verdienst: Sie setzen als Neuanfang in schwieriger Zeit ein deutliches Zeichen und schaffen in ihrer unkomplizierten, aber dennoch eleganten Art tatkräftig die dringend benötigte Mobilität.

Wandert der Motor beim Lkw unter die Kabine, so zieht er beim Bus ins Heck

Bei den Bussen von Mercedes-Benz sind es wie beim Lkw erstmal überwiegend die Exportkunden, die auf Frontlenker-Varianten drängen. So dauert es ab der Einführung des vom Lkw L 6600 abgeleiteten großen Haubenbusses O 6600 im Sommer 1950 gerade mal bis zum Frühjahr 1951, in dem dieser ein Brüderchen mit platter Nase bekommt. Der O 6600 löst im Jahr 1950 den bisherigen Fünftonnen-Omnibus O 5000 ab und besitzt den 145-PS-Diesel der Motorenbaureihe OM 315. Das letzte große Haubenmodell von Daimler-Benz wird bis 1955 angeboten (ab 1954 unter der Bezeichnung O 304) und erreicht eine Stückzahl von 625 Einheiten.


Im Sommer 1950 kommt der Haubenbus O 6600.

O 6600 H heißt indes der neue Frontlenker von 1951, der es auf elf Meter Länge bringt und den Motor OM 315 im Heck – quer eingebaut – spazieren fährt. Weitere Kennzeichen dieses äußerst modernen Busses sind: elektrisch geschaltetes ZF-Media-Sechsganggetriebe, aufgeschraubte Leichtbau-Karosserie aus Stahl, gummigelagerte Stabilisatoren. Die Leute machten große Augen.


Als erster Mercedes-Bus überhaupt fährt der O 6600 H den Motor quer eingebaut im Heck spazieren.


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