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  Der Imbert-Holzvergaser
Geschichte   Der Imbert-Holzvergaser
01.04.2008 von admin


Der Betrieb eines Holzvergasers war eine aufwendige Prozedur. Zunächst musste im Generator ein Feuer mit Holzkohle entzündet werden. Hatte sich Glut gebildet, so konnte von oben Holz nachgeschüttet werden. Dabei war darauf zu achten, dass das Holz trocken war. Der Wassergehalt musste unter 30 Prozent liegen. War dies nicht der fall, so musste man es einige Minuten bei geöffnetem Deckel und hochgeklemmter Rückschlagklappe durchbrennen lassen.

Zum Anlassen musste mit dem Anfachgebläse (elektrisch oder Handkurbel) Frischluft in den Herd geblasen und durch das Zündloch gezündet werden. Nach zwei bis fünf Minuten konnte der Motor gestartet werden. Danach musste er einige Minuten bei niedriger Drehzahl warmlaufen.

Während der Fahrt musste der Fahrer immer ein Ohr für den Motor haben, um rechtzeitig Leistungsverluste oder Ähnliches zu erkennen. Nach ungefähr 90 Minuten Fahrzeit war eine obligatorische Kontrolle fällig. Hierbei wurde in der Regel auch „nachgetankt“. Das geschah bei laufendem Motor, wobei durch den geöffneten Deckel Holz von oben nachgefüllt wurde. Dann musste die Holzfüllung mit einer Stange nachgestossen werden. War dies erledigt, musste das Rüttelsieb bzw. der Rütteldorn betätigt werden, damit es nicht zur Zusammballung des Brennmateriales kam. Hierbei entsprachen ungefähr 2 – 2,5 kg Holz einem Liter Benzin. Äußerst wichtig war auch, dass rechtzeitig „nachgetankt“ wurde, damit kein Holz in die Vergasungszone gelangte und das Holz Zeit zum Trocknen und Verschwelen hatte.

Wurde das Fahrzeug abgestellt, waren weitere Maßnahmen erforderlich. So musste die Entlüftung am Generator geöffnet, die Absperrklappe am Motor geschlossen und das Kondenswasser abgelassen werden. Nach dem Erkalten des Generators wurde die Asche entfernt, das Holzkohlebett durchgeschüttelt und der Gaskühler mit fließendem Wasser durchgespült. Dazu kamen weitere Wartungsarbeiten, die nach bestimmten Kilometerzahlen durchgeführt werden mussten.
So schön wie es ein Werbeplakat aus den 30ger Jahren versprach, war der Betrieb mit einem Holzvergaser nicht.

Es wundert daher keinen, dass anfangs alle dem Holzvergaser skeptisch gegenüber standen. Zu aufwändig war der Betrieb und die Leistungseinbuße gegenüber einem herkömmlich betriebenen Dieselmotors betrug gute 20 Prozent. Wenn in Deutschland der Betrieb von Holzvergasern 1939 für Lkw und Busse nicht gesetzlich vorgeschrieben worden wäre, hätte die Verbreitung des Imbert Holzvergasers wohl nicht den Verbreitungsgrad erreicht, den er während des zweiten Weltkrieges erreichte.

Gegen Ende des Krieges kam Imbert um eine Verhaftung durch die Amerikaner herum. Sein Betrieb jedoch wurde verkauft und Imbert zog sich zurück. Er starb 1950 im Alter von 66 Jahren.


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