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  MAN feiert 150 Jahre von Rudolf Diesel
Jubiläen   MAN feiert 150 Jahre von Rudolf Diesel
14.03.2008 von admin


Größere Lasten, höhere Leistungen

Mit der Zunahme des internationalen Lkw-Fernverkehrs steigen die Motorleistungen – während Mitte der 60er-Jahre ein Schwerlastwagen mit 230 PS noch zur Elite zählt, hat der MAN-F8 (Frontlenker-Baureihe – von 1967 bis 1985 gebaut) der 1985 schon 360 PS unter seiner Kabine. 1973 gibt es zwischenzeitlich Achtzylinder mit 12,7 Liter Hubraum und 305 PS, später gar V10-Motoren mit bis zu 360 PS. 1979 belebt die Ladeluftkühlung die Reihenmotoren mit einer weiteren Leistungserhöhung, die neue Technik kühlt die verdichtete Ansaugluft und erhöht ihren Sauerstoffanteil. Damit gewinnt MAN vielfach beachtet 1978 und 1980 die Auszeichnung mit den schweren F8-Typen 19.280 und 19.320 „Truck of the Year“. Unter der markanten Frontlenker-Kabine sitzen kompakte Reihensechszylinder der Baureihe D25, die dank Turboaufladung und Ladeluftkühlung 280 und 320 PS leisten.

Im Jahr 1985 vollziehen die Motorentechniker von MAN einen weiteren Schritt. Aus D25 wird D28, mit etwas mehr Hubraum, Aufladung, Ladeluftkühlung und neuer Mehrstrahleinspritzung bringen es die neuen Sechszylinder auf bis zu 360 PS - das ehrwürdige M-Verbrennungsverfahren hat endgültig ausgedient. Diese Motoren finden sich auch unter der Kabine des F8-Nachfolgers F 90 wieder – der zum Erfolgsgaranten des Unternehmens wird und 1986 auch zum „Truck of the Year“ gekürt wird. Fernverkehrs-Fahrzeuge erhalten auf Wunsch auch Unterflurmotoren, bis 1994 werden beide Möglichkeiten geboten. Der Topmotor der Baureihe ist aber ein gewaltiger V10-Diesel mit 18,3 Liter Hubraum, der es auf 460 PS bringt - gerade recht für 40 Tonnen, die jetzt in Europa salonfähig werden. Ein Nebenaspekt, der allerdings viel Beachtung findet: Mit diesem Motor setzt sich der MAN F90 an die Spitze der stärksten Fernverkehrs-Lkw Europas.


V8 Dieselmotor mit 590 kW von MAN

Auf den Flughäfen werden noch weit höhere Motorleistungen verlangt. Dort bringt ein gewaltiger V12-Turbodiesel mit 21,9 Liter Hubraum, 3500 Nm Drehmomentmaximum und 1000 PS 40 Tonnen schwere Großlöschfahrzeuge in Schwung. Von 0 auf 80 km/h beschleunigt der Allrad-Vierachser in etwa 19 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h. Der Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde bestätigt: Der vierachsige Feuerwehr-Koloss auf MAN-Basis ist der schnellste 40-Tonner der Welt. Noch schneller sind nur noch die bärenstarken MAN-Renntrucks - ihre 12-Liter-Sechszylinder leisten bis zu 1.500 PS und 5.000 Nm Drehmoment. Die Beschleunigungswerte der Sechstonner stellen selbst starke Sportwagen in den Schatten, ihre Spitzengeschwindigkeit wird aus Sicherheitsgründen auf 160 km/h limitiert.

Saubere Leistung gefragt

Doch zunehmend stehen bei den MAN-Motortechnikern nicht nur die Antriebsleistung und der sparsame Umgang mit Kraftstoff auf der Agenda. Mit der Optimierung von Einspritz- und Verbrennungsverfahren werden die Motoren auf Euro-Kurs gebracht. Europaweit gelten ab 1990 neue Emissionsgrenzwerte für das Abgas, die sich im Laufe der Jahre zusehends verschärfen. Konsequent investiert MAN in die Motorenentwicklung und das Know-how für eine effiziente und umweltschonende Antriebstechnik.

Mit dem verstärkten Einsatz von Motorelektronik bieten die Reihensechszylinder jetzt Motorleistungen, für die früher vielzylindrige Dieselmotoren antraten – bei gleichzeitig deutlich reduzierten Schadstoffwerten für Partikel, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid. Der F 90-Nachfolger heißt ab 1995 F 2000 und erfüllt mit seinen D28-Motoren die Euro 2-Abgasnorm. Einen Leistungsnachweis der besonderen Art erbringen 1995 zwei F 2000-Sattelzüge auf dem Weg von Edinburgh nach Bari. Beinahe unglaubliche 25,15 Liter auf 100 Kilometer verbraucht der stärkere 19.463 FLS – noch nie war man mit 40 Tonnen sparsamer unterwegs, der Weltrekord hat noch heute Bestand. Beachtenswert dabei die hohe Transportgeschwindigkeit der MAN -Rekordfahrzeuge mit Kögel-Sattelaufliegern – die 2.800 Kilometer von Edinburgh nach Bari werden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 km/h zurückgelegt.


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