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  MAN feiert 150 Jahre von Rudolf Diesel
Jubiläen   MAN feiert 150 Jahre von Rudolf Diesel
14.03.2008 von admin


Das M-Verbrennungsverfahren

Das Mittenkugelverfahren mit kugelförmigem Brennraum in der Mitte des Kolbenkopfes – entwickelt und patentiert von MAN - basiert auf der Idee, den Dieselkraftstoff tangential auf die Zylinderwandung zu spritzen, um bei niedriger Temperatur eine Verdampfung zu erreichen. Der verdampfte Kraftstoff vermischt sich mit Luft, die in einem Drallkanal in den kugelförmigen Brennraum geführt wird. Das schichtweise Verdampfen des Kraftstoffs und das kontinuierliche Verbrennen des Gemisches bewirken einen weichen und geräuscharmen Verbrennungsverlauf. Das M-Verfahren ermöglicht in jedem Betriebszustand einen ruhigen und elastischen Lauf. Erst Ende der 70er-Jahre ersetzen die Motorentechniker das M-Verfahren durch MAN-Dieselmotoren mit Mehrstrahleinspritzung.

Anfang der 60er-Jahre verlangen neue Gewichtsvorgaben des Gesetzgebers nach einer Modifikation des Leistungsangebots. Waren 1960 noch 16 Tonnen für den Zweiachser und ein Zuggesamtgewicht von 32 Tonnen erlaubt, legen die Behörden 1963 mit zulässigen 38 Tonnen Zuggesamtgewicht nach – allerdings gekoppelt an die Mindestmotorisierung von sechs PS pro Tonnen. MAN reagiert mit HM-Motoren (HM = Hochdruck-Mittenkugel). Mit einem neuen Zylinderkopf, Turboaufladung, größeren Ventilen und verbesserten Lufteinlasskanälen wird die Nennleistung der Reihensechszylinder (9,7 l Hubraum) moderat von 210 PS auf 212 PS angehoben, der Wirkungsgrad aber deutlich verbessert.

MAN expandiert – die Zeit der Kooperationen und Übernahmen

Mit dem Umzug des Nutzfahrzeugbaus in das neue Werk München-Allach im Jahr 1955 beschleunigt sich die Entwicklung des Unternehmens. Die Kapazität ist auf jährlich 8.000 Fahrzeuge, das Vierfache der Nürnberger Produktion ausgerichtet. Die Motoren kommen nach wie vor aus dem Werk Nürnberg. Für eine Sortimentsausweitung sorgt 1963 die Zusammenarbeit mit dem französischen Hersteller Saviem (Société Anonyme de Véhicules Industriels et d´Equipments Mécaniques). MAN montiert und verkauft mittelschwere Lkw von Saviem unter eigener Marke, während Saviem MAN-Schwerfahrzeuge als Bausätze bezieht. Über den Vertrieb in gemeinsamen Märkten bestehen Verträge, die leichten Dieselmotoren arbeiten nach dem M-Direkteinspritzverfahren (Lizenz MAN) und werden von Saviem zugeliefert. Die Kooperation mit Saviem läuft nach zehn Jahren aus. Schon 1969 beteiligt sich MAN am Wettbewerber Büssing und übernimmt den Braunschweiger Hersteller schließlich 1971 komplett. Der Erwerb von Büssing bedeutet für MAN eine beträchtliche Kapazitätsausweitung, auf der Motorenseite verfügt die Marke über beträchtliches Know How beim Bau von Unterflurmotoren.

Die Vereinbarungen mit Volkswagen zielen auf eine mittelschwere Gemeinschaftsbaureihe G (von 6 bis 9 Tonnen) – diese schließen die Lücke, die durch den Auslauf der Saviem-Kooperation entstand. Die Premiere des MAN-VW-Lastwagen findet zur IAA 1979 statt. MAN entwickelt dafür eine neue Motorenfamilie mit frei saugenden Vier- und Sechszylindern, die 90 bis 136 PS leisten. Weitere Varianten folgen, aufgerüstet mit Turbolader und Ladeluftkühlung leistet der Sechszylinder 232 PS und findet auch in schweren Verteiler-Lkw der Baureihe M 90 Verwendung. Doch die kleinvolumigen Hochleistungsdiesel der D08-Baureihe finden jetzt auch bei den Omnibustechnikern von MAN Freunde – das Zauberwort der Zukunft heißt „downsizing“. So leisten die 6,9 Liter kleinen Sechszylindermotoren heute nach einer grundlegenden Überarbeitung mit Registeraufladung und Common-Rail-Einspritzung bis zu 326 PS – eine Leistung, für die noch vor 30 Jahren ein beinahe dreimal so großer Motor benötigt wurde.


Produktionsstandort für alle MAN-Motoren ist Nürnberg. Sechszylinder-Reihenmotore machen das Gros der Produktion aus.


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