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  Schi-Stra-Busse
Geschichte   Schi-Stra-Busse
07.11.2007 von admin


Grundgedanke bei der Bundesbahn war, in Gegenden wo es aufgrund topografischer Verhältnisse nicht ratsam erschien Schienen zu verlegen oder weil sich der Schienenverkehr nicht mehr lohnte, auf den kombinierten Schienen- und Straßenverkehr umzusteigen. Gedacht war dabei an einen Omnibus, der die Ortschaften anfuhr wo kein Bahnhof war bzw. dieser stillgelegt worden war. Dieser Omnibus fuhr dann bis zu der Stelle, wo noch Schienenverkehr stattfand. Dort wechselte er auf die Schiene und hielt an den jeweiligen Bahnhöfen.

Nachdem Versuche mit verschiedenen Fahrzeugen stattgefunden hatten, orderte das Bundesunternehmen 1953 fünfzig Busse Bei NWF. Bei dem georderten Bus handelte es sich um den NWF SD 130/BS 300. Dieser verfügte über einen 125 PS luftgekühlten Deutz-V 6-Motor, der im Heck eingebaut war. Zusätzlich verfügte das Fahrzeug über eine hydraulische Hubstempel-Vorrichtung, mit der der Bus soweit angehoben werden konnte, dass die Spurwagen unter den Bus geschoben werden konnten.


NWF BS-Versuchsfahrzeug bei Probefahrten

Der Vortrieb des Busses bei Schienenfahrt erfolgte auch hier über die Hinterräder. Zu diesem Zweck bestand die Bereifung der Hinterachse aus extra breiten Einfachreifen. Trotz einiger anderer Probleme, z.B mussten die Kraftfahrer auch gleichzeitig Triebwagenführer sein, wurde am 12. Juni 1953 die erste Schi-Stra-Verbindung eröffnet und zwar im Bayrischen Wald zwischen Cham und Passau.

Doch so recht setzte sich diese Art des Personenverkehrs nicht durch. Zum einen Teil gefiel den Fahrgästen diese Art nicht, sie waren andere Dimensionen und Ausstattungen gewohnt, zum anderen Teil gab es doch immer wieder technische Probleme. Auch die Umrüstung auf den Schienenbetrieb gestaltete sich nicht so einfach, wie sich die Konstrukteure das gedacht hatten. Innerhalb von zwei Minuten war es jedenfalls nicht machbar.

So kam es, dass von den fünfzig gekauften Bussen nur 15 für den Schi-Stra-Einsatz genutzt wurden. Die anderen wurden im normalen Fahrbetrieb auf der Straße verschlissen. 1954 stellte NWF noch einen verbesserten Bus vor. Dieser führte die Schienenräder dauernd mit sich und sie brauchten bei Bedarf nur ausgeklappt werden. Trotzdem verzichtetet die Bundesbahn auf eine Fortführung dieses Experimentes und stellte den letzten kombinierten Betrieb zwischen Koblenz und Betzdorf/Sieg im Mai 1967 ein. Ein einziger Schi-Stra-Bus hat die Zeit überlebt und befindet sich heute im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen.


Der restaurierte Schi-Stra-Bus im Museum


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