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Solaris Alpino
01.08.2010 - 01:00

Solaris Alpino
  • Kleinster Bus der Urbino-Familie
  • Konzipiert für enge und kurvenreich Straßen in Bergregionen
  • In zwei Größen erhältlich


Damals traten Schweizer Kunden an Solaris heran auf der Suche nach einem Bus, der 50 bis 60 Fahrgäste aufnehmen und gleichzeitig auf den engen und kurvenreichen Bergstrecken einsetzbar wäre, die mit „normalen“ Bussen sonst unerreichbar sind. Solaris stellte sich dieser Aufgabe und stellte im Jahre 2007 den Alpino vor mit einer Gesamtlänge von 8,6 m und einer Breite von 2,4 m. Er bot (je nach Ausstattung) bis zu 20 Sitzplätze und konnte bis zu 60 Personen befördern.

Der Bus war als Niederflurbus konzipiert und konnte auch mit einer Rollstuhlrampe an der 2. Tür ausgerüstet werden. Sollte der Böschungswinkel von 7° an engen und steilen Auffahrten nicht ausreichen, kann der Bus nochmals um 60 mm angehoben werden.


Solaris Alpino 8.6

Damit es auch mit dem Vortrieb klappt, wurde der Bus mit einem Cummins ISBe4 6-Zylinder-Dieselmotor ausgestattet. Dieser leistet 184 kW (250 PS) bei einem Hubraum von 6,7 Litern. Wem das nicht reicht, kann auch einen Cummins ISBe 6 mit 210 kW (285 PS) bekommen. Als Getriebe dient serienmäßig ein Voith Diwa 5 Automatikgetriebe. Wahlweise wird auch ein ZF 6 HP Ecomat 4 oder ein ZF Ecolife angeboten.

Das Fahrwerk besteht aus einer ZF RL 75 EC-Vorderachse mit Einzelradaufhängung und einer ZF AV 132 S-Portalachse hinten. Ins Auge fallen bei dem Bus die Räder, die Format füllend in den Radkästen stehen. Vorne ist er mit der Standardbereifung 275/70 R 22,5 ausgestattet hinten mit Super-Single im Format 385/55 R 22,5.

Ansonsten bedienten sich die Konstrukteure aus dem Urbino-Baukasten, auch wenn 2,40 m Breitenmaß einige Änderungen verlangten. So zeigt auch der Alpino sein Familiengesicht mit freundlich lächelnder Bugmaske und den zweiteiligen asymmetrischen Frontscheiben.
Cummins ISBe

Doch nachdem der Alpino auf dem Markt war erkannten viele Busunternehmen, dass der Alpino nicht nur in den Bergen einsetzbar war, sondern auch in engen Straßen von Städten. Hierbei stellte sich die Frage, ob eine hundertprozentige Niederflurigkeit unbedingt erforderlich wäre.

Mit diesen Überlegungen traten einige Firmen an Solaris heran und stießen dort – natürlich – auf offene Ohren. Man kreierte ein neues Modell und stellte es als Alpino 8.9 LE vor.


Solaris Alpino 8.9 LE

Die LE-Variante wurde dabei gleich um 35 cm verlängert. Dadurch konnte der Aufstieg in den hinteren Bereich mit einem Absatz äußerst komfortabel gestaltet werden. Gleichzeitig konnte die Sitzplatzanzahl deutlich gesteigert werden. Gegenüber 20 Sitzplätzen beim Alpino 8.6 bietet der Alpino 8.9 LE 30 Sitzplätze.


Solaris Alpino 8.9 LE

Im Gegensatz zum Alpino 8.6 ist der Alpino 8.9 LE auf der Hinterachse mit Zwillingsreifen ausgestattet. Damit das Mehrgewicht des größeren Alpino 8.9 LE auch zügig fortbewegt werden kann, wurden in dem Cummins-Motor 30 PS mehr programmiert. So verfügt der Bus über 184 kW (250 PS) oder wahlweise über 206 kW (280 PS). Als Getriebe kommt wieder das Voith Diwa 5 zum Einsatz. Wahlweise werden aber auch das ZF 6 HP Ecomat 4, das Allison T 310 oder der neue ZF Ecolife 6-Stufen-Automat angeboten.

Aufgrund seiner Flexibilität erfreut sich der Solaris Alpino immer größer werdenden Beliebtheit. So fährt der Alpino 8.6 unter anderem jetzt in Athen, wo die Busgesellschaft E.THE.L 220 Busse dieses Typs in Dienst gestellt hat.


Solaris Alpino 8.6 in Athen


Fotos:
Solaris Bus & Coach


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