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Neoplan N 6108 DE Hybrid
02.12.2007 - 00:00

Neoplan N 6108 DE Hybrid
  • Niederflur-Midi-Hybridbus
  • Kapazität: 50 Fahrgäste


Anfang des Jahres 2000 stellte Neoplan als zweiter deutscher Hersteller einen Omnibus mit Hybridtechnik vor. Es handelte sich dabei um einen 8,98 m langen Midibus, der hauptsächlich für den Cityverkehr, vor allem in Fußgängerzonen, gedacht war. Bei einer Breite von 2,40 m hatte der Bus eine Kapazität von 14 Sitz- und 36 Stehplätzen.

Der Bus wurde stets elektrisch angetrieben. Als Antriebsmotor diente eine wassergekühlter Tandem-Asynchronmotor. Das hieß, zwei Aggregate waren mit zwei getrennten Antriebswellen zusammengefasst. Die Antriebsleistung des Asynchronmotors betrug 40 kW im Dauerbetrieb. Als Generatoreinehit, sprich Dieselmotor, diente ein 4-Zylinder Iveco 8140 mit 90 kW. Generator und Batterien zusammen erbrachten eine Leistung von 125 kW.

Der Dieselmotor brachte über einen Generator die Energie für den Elektromotor. Bei höherem Bedarf, etwa beim Anfahren oder bei Bergfahrten, kam zusätzliche Energie aus der Batterieeinheit. Bei Talfahrten oder beim Bremsen wurde die überschüssige Energie an die Batterien zurückgegeben. Waren die Batterien voll, wurde vom Motor erzeugte Bremsenergie über Bremswiderstände in den Kühlwasserkreislauf geleitet und diente so zum Heizen des Fahrgastraumes.

Ein großes Problem ist immer das Gewicht der Batterien. Neoplan fand hier eine Batterieeinheit aus den USA, die nur 745 kg wog. Sie war in ausschwenkbaren Staufächern hinter der Vorderachse untergebracht. Dank dieser relativ „leichten“ Batterieeinheit, beschränkte sich das Leergewicht des Busses auf 10.100 kg.

Die Batterieeinheit brachte soviel Energie, dass der Elektromotor auf Kurzstrecken oder in Fußgängerzonen ausschließlich über die Batterie betrieben werden konnte. Nach Aussage von Neoplan reicht die Energie, um den Bus bei 50 km/h ca. 20 Kilometer weit fahren zu lassen.

Neben der Aufladung über den Generator, konnte die Batterieeinheit aber auch über das normale Stromnetz geladen werden. Hierbei war geplant, über eine spezielle Schnittstelle Daten aus dem businternen Datennetzwerk (CAN-Bus) über das Stromnetz zu einer Leitstelle zu übertragen.


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