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Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot
20.07.2016 - 01:00

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Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot – Meilenstein auf dem Weg zum autonom fahrenden Stadtbus, revolutionäres Mobilitätssystem der Zukunft
  • CityPilot: Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren im öffentlichen Personenverkehr
  • Mercedes-Benz Future Bus: spektakulärer Technologieträger mit wegweisendem Design
  • CityPilot: faszinierende Technik erhöht Sicherheit, Effizienz und Komfort
  • 20 km Fahrt ohne lenken, ohne Gas geben und Tritt auf die Bremse


Megacities, Verkehrskollaps, Umweltprobleme – die Schlagworte sind auf allen Kontinenten der Welt identisch. Das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität für Arbeit, Schule und Freizeit lässt sich unter diesen Voraussetzungen nicht allein mit Individualverkehr lösen. Daimler als Mobilitätsanbieter zeigt unterschiedliche Lösungswege auf. Ein wesentliches Angebot sind Omnibusse, besonders als komplettes, individuell abgestimmtes Verkehrssystem für den städtischen Lebensraum. Wie der Nahverkehr in Zukunft aussehen wird zeigt der teilautomatisiert fahrende Stadtbus mit CityPilot – er ist noch sicherer, effizienter und komfortabler unterwegs als herkömmliche Omnibusse. Konnektivität, Kamera- und Radarsysteme sowie Datenfusion katapultieren den Stadtbus in die Zukunft. Mercedes-Benz zeigt die spektakuläre Technik in einem ebenso spektakulären Technologieträger, dem Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot. Beides zusammen ist ein Meilenstein, sowohl in der Geschichte des Omnibusses als auch auf dem Weg zum autonomen und unfallfreien Fahren. Daimler ist führender Hersteller von Fahrzeugen mit automatisierten Fahrfunktionen. Mit dem Mercedes-Benz Future Bus präsentiert Daimler Buses nun seine ganz konkrete Idee des Stadtbusses von morgen.


Vorteile für Fahrgäste, Fahrer und Betreiber gleichermaßen

Der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot baut die Attraktivität des Verkehrsträgers Stadtbus weiter aus. Das betrifft vor allem die Fahrgäste, aber auch Fahrer und Betreiber. Alle drei Gruppen profitieren von einem revolutionären Design und einer wegweisenden Technik. Der Omnibus wird eins mit seiner Umwelt, das gilt sowohl für das Außen- und Innendesign als auch für die Technik, mit der er sich auf seiner Trasse bewegt und mit der Umgebung kommuniziert.

CityPilot: faszinierende Technik erhöht Sicherheit, Effizienz und Komfort

Die Technik des CityPilot im Mercedes-Benz Future Bus basiert auf dem vor zwei Jahren vorgestellten autonom fahrenden Lkw Mercedes-Benz Actros mit Highway Pilot. Sie wurde jedoch für den spezifischen Einsatz in einem Stadtomnibus entscheidend weiterentwickelt und mit zahlreichen Funktionen ergänzt. So kann der CityPilot Ampeln erkennen, mit ihnen kommunizieren und fährt sicher über Ampelkreuzungen. Er kann ebenfalls Hindernisse und vor allem Fußgänger auf der Fahrbahn erkennen und bremst selbstständig. Ebenso fährt er automatisch an Haltestellen heran, öffnet und schließt dort die Türen. Nicht zuletzt durchquert er Tunnel.

Ein knappes Dutzend Kameras scannt Fahrbahn und Umgebung, Fern- und Nahbereichsradarsysteme tasten ständig die vorausliegende Strecke ab. Hinzu kommt ein GPS-System. Alle Daten zusammen ergeben durch Datenfusion ein extrem präzises Bild und ermöglichen eine zentimetergenaue Positionierung des Omnibusses. Dies funktioniert in der Praxis bereits bei der Weltpremiere des CityPilot auf einer anspruchsvollen, knapp 20 km langen Strecke mit teils engen Kurven, mit Tunneln, zahlreichen Haltestellen und bei hohen Geschwindigkeiten für einen Stadtbus.

Der teilautomatisiert fahrende Stadtbus erhöht die Sicherheit, denn er entlastet den Fahrer, und seinen Kameras sowie Radarsystemen bleibt nichts verborgen. Er verbessert die Effizienz, denn die sanfte und vorausschauende Fahrweise schont die Aggregate, senkt den Kraftstoffverbrauch und damit gleichermaßen die Emissionen. Er erhöht durch seine fließend gleichmäßige Fahrt ebenfalls den Komfort der Fahrgäste an Bord.


Mercedes-Benz Future Bus: spektakulärer Technologieträger mit wegweisendem Design

Präsentiert wird der CityPilot im Technologieträger Mercedes-Benz Future Bus. Der rund zwölf Meter lange Solobus auf Basis des Weltbestsellers Citaro weist völlig neue Wege für das Außen- und Innendesign. Seine harmonische Linienführung orientiert sich mit einer asymmetrischen Gestaltung an der städtischen Architektur. Ob Design, Beleuchtung, Türanordnung oder Informationssysteme – der einzigartige Mercedes-Benz Future Bus macht seinem Namen alle Ehre.

Dies gilt ebenfalls für das Interieur, das sich in seiner offenen Gestaltung an Plätzen und Parks orientiert. Der Fahrgastraum entpuppt sich als wahrer Fahrgasttraum. Er ist für die unterschiedliche Verweildauer im Bus in drei Zonen geteilt. An den Wänden reihen sich jeweils Sitze in Form von Designerstühlen in lockerer Anordnung auf. Neuartige Haltestangen nehmen die Idee des Parks auf, sie verästeln sich baumartig nach oben zur zweifarbigen Decke. Dort ähnelt die Beleuchtung an ein Blätterdach. Informationen und Unterhaltung können Betreiber über großflächige Monitore im mittleren Segment des Fahrgastraums einspielen. Das völlig neu gestaltete Cockpit ist integrierter Bestandteil des Raums. Der Fahrer erhält die für ihn notwendigen Informationen auf einem großen Display in einer innovativen Darstellung.

20 km Fahrt ohne lenken, ohne Gas geben und Tritt auf die Bremse

Seine erste Fahrt in der Öffentlichkeit absolviert der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot auf einem Teilstück der längsten BRT-Linie Europas (BRT = Bus Rapid Transit) in den Niederlanden. Sie verbindet den Flughafen Amsterdam Schiphol mit der Stadt Haarlem. Die knapp 20 km lange Strecke bedeutet für den Mercedes-Benz Future Bus eine echte Herausforderung: Sie ist kurvenreich, führt durch Tunnels und über Ampelkreuzungen.

Der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot meistert die Anforderungen souverän: er fährt auf freier Strecke bis zu 70 km/h schnell, kann Hindernisse sowie Fußgänger auf der Fahrbahn erkennen, hält zentimetergenau an Haltestellen, öffnet und schließt seine Türen, fährt automatisch an und kommuniziert mit Ampelschaltungen. Der Fahrer muss auf der gesamten Strecke kein einziges Mal Gas und Bremse betätigen und muss nur bei Gegenverkehr entsprechend den Verkehrsvorschriften zum Lenkrad greifen. Er kann indes jederzeit eingreifen und im Bedarfsfall sofort die Kontrolle übernehmen.

Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot – die Zukunft des Stadtbusses hat begonnen. Er eignet sich ideal für BRT-Systeme, mit denen sich weltweit Verkehrsprobleme in Ballungsgebieten und Metropolregionen lösen lassen. Er fährt hocheffizient, steigert das Sicherheitsniveau signifikant und entlastet den Fahrer. Daimler Buses entwickelt damit das Omnibus-Verkehrssystem von morgen.

Zehn Kameras unterschiedlicher Systeme mit verschiedensten Aufgaben, Radarsysteme für Fern- und Nahbereich, die Fusion der daraus ermittelten Daten plus Abgleich mit gespeicherten Werten, Vernetzung mit Ampeln und ein automatisches Bremssystem – das ist die technische Voraussetzung des Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot für die teilautomatisierte Fahrt auf BRT-Linien (BRT = Bus Rapid Transit). Der CityPilot ist ein weiterer Meilenstein von Mercedes-Benz auf dem Weg zum autonomen Fahren. Der CityPilot basiert auf dem Highway Pilot aus dem Mercedes-Benz Actros, übertrifft ihn für sein spezifisches Einsatzgebiet jedoch in seinen Fähigkeiten: Neu sind Ampelerkennung, Fußgängererkennung, das zentimetergenaue Heranfahren an Haltestellen und die Möglichkeit von teilautomatisierter Fahrt im Tunnel. Der Omnibus wird auf diese Weise eins mit seiner Umwelt. Nicht nur mit seinem Design, sondern auch mit der Technik, mit der er sich auf seiner Trasse bewegt und mit seiner Umgebung kommuniziert.

BRT-Linien sind prädestiniert für autonomes Fahren

Eine immer gleiche Strecke auf separater Trasse, ein klar definierter Fahrplan, eindeutige und identische Aktionen an Haltestellen: Stadtlinienbusse auf BRT-Linien sind prädestiniert für autonomes Fahren.
Mercedes-Benz ist sowohl mit Lkw als auch mit Pkw führend bei den Schritten auf dem Weg zum autonomen Fahren. Da liegt die Übertragung des umfassenden Know-hows auf Stadtlinienbusse nahe.

Allerdings unterliegt der Einsatz von Omnibussen besonderen Gegebenheiten – deshalb lässt sich zum Beispiel nicht einfach die Technik aus anderen Fahrzeugsystemen übernehmen, sondern sie muss an entscheidenden Stellen weiterentwickelt und für die spezifischen Einsatzbedingungen auch ergänzt werden. Das betrifft typische Verkehrssituationen wie Ampeln und Fußgängererkennung, vorausfahrende Fahrzeuge in der Fahrspur, Tunnelfahrten und das Fahren über ampelgeregelte Kreuzungen, die An- und Abfahrt von Haltestellen sowie dort das automatische Öffnen und Schließen der Fahrgasttüren.

CityPilot – die hochspezifische und einzigartige technische Ausrüstung

Der spezifische Einsatz als Stadtomnibus erfordert also eine ebenso spezifische technische Ausrüstung für das autonome Fahren – der Aufwand zur Umgebungs- und Fahrbahnerkennung ist außerordentlich umfangreich. Dabei kann Mercedes-Benz auf umfangreiche Erfahrungen mit dem Future Truck zurückgreifen. Das betrifft zum Beispiel das Fernbereichsradar mit bis zu 200 m Reichweite, die elektrisch angesteuerte Servotwin-Lenkung sowie die Mirrorcams anstelle der Außenspiegel. Bekannt ist ebenfalls die Kamera für die Spurerkennung, sie wird in anderen Omnibussen und Lkw von Mercedes-Benz für die dort verwendeten Spur-Assistenten eingesetzt. Eine weitere Spurkamera dient als zusätzliche Absicherung.

Gleich vier Nahbereichsradarsensoren – zwei in der Frontpartie sowie zwei vorne an den Fahrzeugecken – decken beim Omnibus die Entfernungen von 50 Zentimeter bis zehn Meter vor dem Bus ab. Zwei Stereokameras mit einer Reichweite von bis zu 50 Meter ermöglichen räumliches Sehen und eine Hindernis- und Fußgängererkennung.

Exakte Positionierung auf wenige Zentimeter genau

Zur exakten Positionierung des Mercedes-Benz Future Bus dienen das satellitengestützte Ortungssystem GPS, die Spurkameras sowie vier Kameras zur globalen visuellen Lokalisierung. Diese Kameras sind an den Seiten oben in Höhe der Vorderachse montiert, beobachten die Umgebung und vergleichen sie mit zuvor gespeicherten Bildern. Sie dienen zur exakten Positionierung und orientieren sich an Wegmarken. Sie arbeiten auf acht Zentimeter genau und sind auch in beleuchteten Tunneln im Einsatz. Derartige Kameras kamen erstmals vor drei Jahren bei der autonomen Fahrt einer Mercedes-Benz S-Klasse über die Bertha-Benz-Memorial-Route zum Einsatz.

Zwei weitere Nahbereichs-Kameras sind vorn an den Seiten senkrecht nach unten gerichtet. Sie erkennen das Muster der Asphaltoberfläche einer Straße wie einen Fingerabdruck und vergleichen sie ebenfalls fortlaufend mit den zuvor gespeicherten Bildern dieser Strecke. Hinzu kommen schließlich drei Kameras zur Dokumentation des Geschehens. Sie nehmen ebenso die Bewegungen des Omnibusses auf wie den Fahrer.

Über eine komplexe Sensorfusion entsteht auf diese Weise ein präzises Bild der Umgebung und der exakten Position des Omnibusses in seinem unmittelbaren Umfeld. Er ist auf diese Weise zentimetergenau auf seiner Fahrspur unterwegs. Genauer als ihn ein Fahrer in der täglichen Praxis jemals manuell steuern könnte.

Die datentechnische Vernetzung mit der Ampelinfrastruktur auf der Strecke sichert eine frühe Erkennung der Signalschaltung und ermöglicht damit eine vorausschauende, gleichmäßige und letztendlich verbrauchsärmere Fahrweise als sie konventionell möglich ist.


Teilautomatisiertes Fahren dank Vernetzung – eine neue Dimension

Das Ergebnis ist eine neue Dimension der Leistungsfähigkeit des Verkehrsträgers Omnibus, dank Vernetzung mit seiner Umwelt: Der Omnibus fährt seine komplette Linie teilautomatisiert, ohne dass der Fahrer Lenkung, Gas und Bremse oder auch nur die Türtaster betätigen muss – eine enorme Entlastung im Linienverkehr. Streng genommen bewegt sich der Mercedes-Benz Future Bus auf den fünf definierten Stufen auf dem Weg zum autonomen Fahren auf Level zwei – Teilautomatisierung mit Spurhaltefunktion, Längsführung, Beschleunigung und Bremsmanövern durch Assistenzsysteme.

Intensive Tests beweisen Sicherheit und Praxisrelevanz

Die Entwicklungsingenieure haben den CityPilot sowohl in Versuchsfahrzeugen auf Basis des Citaro als auch im Mercedes-Benz Future Bus intensiv getestet, unter anderem bei zahlreichen Versuchsfahrten über markierte Strecken auf abgesperrten Arealen. Der Weltpremiere in den Niederlanden auf der Airportlinie 300 zwischen Amsterdam und Haarlem gingen ebenfalls intensive Tests voraus.

Deshalb steht fest: Der Mercedes-Benz CityPilot ist keine Science-Fiction, er kann schon morgen Wirklichkeit werden. Bereits heute fährt der Bus mit einer Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart nach Paragraph 70 StVZO (StVZO = Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung), basierend auf einem Gutachten des TÜV Rheinlands. Er darf also trotz Abweichung von den üblichen Bau- und Betriebsvorschriften im Verkehr bewegt werden.

Weltpremiere auf der Airportlinie 300 in Amsterdam

Seine Weltpremiere in der Öffentlichkeit feiert der CityPilot im Technologieträger Mercedes-Benz Future Bus auf der Airportlinie 300 in den Niederlanden. Sie verbindet die niederländische Metropole Amsterdam mit dem Flughafen Amsterdam-Schiphol und der Stadt Haarlem. Die Strecke ist insgesamt 37,8 km lang und somit die längste BRT-Linie Westeuropas.

Für die Weltpremiere des CityPilot nutzt Mercedes-Benz das 19 km lange Teilstück vom Flughafen Amsterdam-Schiphol nach Haarlem. Es enthält elf Stopps, die Fahrtzeit beträgt etwa 30 Minuten. Je nach Tageszeit beläuft sich die Taktzeit dieser Linie auf sechs bis zehn Minuten. Im Durchschnitt wird die Airportlinie 300 täglich von mehr als 125 000 Fahrgästen frequentiert, betrieben wird sie vom niederländischen Verkehrsanbieter Connexxion.

Die Streckenführung der Airportlinie 300 ist anspruchsvoll: teils sind die Kurven sehr eng, auch ist die Gegenfahrbahn baulich nicht getrennt. Ebenfalls prägen 22 Ampeln, drei Tunnels und hohe Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h die Strecke. Die Haltestellen sind erhöht, deshalb können Fahrgäste bequem ebenerdig die Omnibusse betreten.



Großbild des Streckenplanes als PDF
Teilautomatisiertes Fahren im Mercedes-Benz Future Bus – so funktioniert der CityPilot in der Praxis

An der ersten Haltestelle der BRT-Linie wechselt der Fahrer per Tastendruck in den teilautomatisierten Modus. Danach kann er das Lenkrad loslassen und den Fuß von den Pedalen nehmen – der Omnibus bewegt sich nun selbstständig. Er fährt automatisch an und beschleunigt auf eine Geschwindigkeit bis zu 70 km/h. Er hält sich genau inmitten seiner 3,1 m breiten Fahrspur, weicht auch bei Maximaltempo davon nur höchstens 20 cm nach links oder rechts ab – das ist weit weniger, als ein Fahrer auf Dauer manuell leisten kann. In beleuchteten Tunnels orientiert sich der Omnibus selbst ohne GPS-Signal sicher durch seine globalen, visuellen Lokalisierungs-Kameras an der Umgebung.

Nähert sich eine Haltestelle, hält der Bus bei Bedarf vollautomatisch an. Bei dieser verlangsamten Geschwindigkeit fährt er dank seiner hochpräzisen Systeme bis auf zwei Zentimeter genau auf der vorgegebenen Linie. Beim Stopp hält der Omnibus mit CityPilot einen sehr knappen Abstand zum Bordstein von nur fünf Zentimeter. Das ermöglicht bequemes Ein- und Aussteigen, selbst für Fahrgäste, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder Eltern mit Kinderwagen. Die Türen öffnen und schließen an Haltestellen automatisch, der Bus fährt erneut an.

Kraftstoff sparen und flüssige Fahrweise mit Vernetzung

Ampeln auf der Strecke sind für den Omnibus mit CityPilot kein Hindernis, der Omnibus kennt die Signalanlagen auf seiner Linie. Durch Vernetzung mit der Ampel beeinflusst der Bus die Ampelschaltung und erzielt damit eine „grüne Welle“. Bei fehlender Funkverbindung zur Ampel nutzt der Omnibus eine visuelle Erkennung.

Umgekehrt kommuniziert die Ampel ebenfalls mit dem Bus und signalisiert ihm, wann sie umschaltet. Der Omnibus passt daraufhin seine Geschwindigkeit automatisch den Gegebenheiten an. Ergebnis ist eine höchst effiziente und flüssige Fahrweise. Sie senkt Kraftstoffverbrauch und damit CO2-Emissionen spürbar, sie schont die Aggregate und ist darüber hinaus durch die sanfte Fahrweise sehr fahrgastfreundlich.

Automatische Zielbremsung bei Hindernissen und Fußgängern auf der Fahrbahn

Der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot verfügt dank seiner Radar- und Kameratechnik auch über eine Hindernis- und Fußgängererkennung. Damit kann er zum Beispiel kreuzende Fußgänger auf seiner Fahrbahn identifizieren. In einem solchen Fall leitet der Omnibus automatisch eine Zielbremsung ein. Zusätzliche Funktion: Am Ende eines Stopps beschleunigt er nicht aus der Haltestelle, falls Fußgänger seine Spur überqueren.

Eine automatische Vollbremsung ist dagegen mit Rücksicht auf stehende und nicht angeschnallte sitzende Fahrgäste nicht vorgesehen. Bei Bedarf kann aber der Fahrer jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen und mit einer Notbremsung eingreifen. Ohnehin bleibt er als Fahrzeugführer jederzeit in der Verantwortung.

Vom Spurbus über die O-Bahn zum Mercedes-Benz Future Bus

Mercedes-Benz ist bereits seit Jahrzehnten der Pionier des autonomen Fahrens in anspruchsvollen Stadtbus- und BRT-Systemen. Vorläufer der heute möglichen vernetzten und elektronischen Systeme des CityPilot war der Spurbus von Mercedes-Benz. 1979 vorgestellt, ist er seit 1980 in der Stadt Essen im Einsatz. Beim Stadtbus mit mechanischer Spurführung stützen sich seitliche Führungsrollen an den Rädern an Leitschienen ab – der Fahrer kann während der Fahrt das Lenkrad loslassen. In den Folgejahren wurde das Netz in Essen erweitert, zum Teil fuhren Spurbusse sogar auf einer gemeinsamen Trasse mit Straßenbahnen im Tunnel. Eine weitere Spurbusstrecke war von 1992 bis 2005 in Mannheim in Betrieb.

Auf seinem Werksgelände in Rastatt betrieb Mercedes-Benz ab 1979 elektrifizierte Spurbusstrecken sowohl für Busse mit mechanischer als auch mit elektronischer Spurführung über ein im Boden verlegtes Leitkabel. Zur Strecke gehörten sowohl eine Brücke als auch ein Tunnel sowie eine Schnellfahrstrecke für Geschwindigkeiten bis 100 km/h. Im Einsatz war unter anderem ein Unikat: ein Doppelgelenkbus im Zweirichtungsbetrieb mit 24 m Länge.

Zu den großen Pionierleistungen von Mercedes-Benz gehört ebenfalls die sogenannte O-Bahn in Australien. Sie verbindet die Stadt Adelaide mit Vororten. Zunächst Anfang der achtziger Jahre als Teststrecke eingerichtet, folgte ab 1988 der Fahrgastbetrieb. In Spitzenzeiten fuhren die Omnibusse in Takten von einer knappen Minute, sie erreichten Geschwindigkeiten bis 100 km/h. Die O-Bahn in Adelaide besteht unverändert bis heute und wird zurzeit sogar ausgebaut.

Technologieträger Mercedes-Benz Future Bus: vom Fahrgastraum zum Fahrgasttraum, das revolutionäre Außen- und Innendesign
  • Exterieur: einzigartige Symbiose aus Form und Funktion
  • Interieur: vom Fahrgastraum zum Fahrgasttraum
  • Cockpit: innovativer Fahrerplatz als Teil des Innenraums

Der Technologieträger Mercedes-Benz Future Bus setzt unübersehbare Zeichen für einen attraktiven Nahverkehr und lädt seine Passagiere zu einem faszinierenden Fahrerlebnis ein. Das Design bricht bewusst mit Konventionen und basiert auf neuen Denkansätzen. Dies führt zu völlig neuen Gestaltungslösungen. Davon profitieren Fahrgäste, Fahrer und Verkehrsbetriebe. Der fahrbereite Stadtbus bietet seinen Fahrgästen ein Höchstmaß an Komfort, Funktion und Information, seinem Fahrer ein radikal vereinfachtes Cockpit und den Unternehmen Vorteile durch schnellen Fahrgastfluss. Außen- wie Innendesign sind von Anleihen aus der Architektur geprägt, das Interieur darüber hinaus von einer revolutionären Raumgestaltung. Trotz seines futuristischen Designs voller wegweisenden Ideen setzt der Mercedes-Benz Future Bus auf bewährte Großserientechnik für Karosserie, Antrieb und Fahrwerk: Seine Plattform bildet der beliebteste Stadtbus von heute, der Weltbestseller Mercedes-Benz Citaro.



Innovative Gestaltung von Citybussen hat bei Mercedes-Benz Tradition

Mit seiner innovativen Gestaltung innen wie außen setzt der Mercedes-Benz Future Bus konsequent einen Weg fort, den Mercedes-Benz mit dem Citaro seit Jahrzehnten erfolgreich beschreitet. Bereits die erste Generation des Citaro setzte vor rund 20 Jahren Maßstäbe für Exterieur- und Interieurdesign. Wesentliche Merkmale wie die A0-Säule, die üppige Verglasung oder der fahrgastfreundliche Innenraum mit wandseitig befestigter Cantilever-Bestuhlung und gebogenen vertikalen Haltestangen begründeten eine völlig neue Designlinie für Stadtbusse. Sie hat sich weltweit durchgesetzt und zahlreiche Nachahmer gefunden.

Wie individuell der Großserien-Stadtbus Mercedes-Benz Citaro auftreten kann, zeigte die Ausführung für die Stadt Hannover anlässlich der Expo 2000 sowie für Leipzig. Der Großraum-Gelenkbus CapaCity der ersten und zweiten Generation mit Metrobus-Designpaket, sowie Ausführungen des Gelenkbusses Citaro G für Städte wie Nantes und Straßburg sind weitere Beispiele für stark individualisierte Stadtbusse mit hochattraktivem Exterieur und Interieur.

Auch der aktuelle Mercedes-Benz Citaro unterstreicht mit seinem freundlichen Gesicht, mit harmonisch fließenden Linien, einer tiefen Gürtellinie und den dynamisch gestalteten, dreidimensionalen Radläufen die Attraktivität von Linienomnibussen.

Exterieur: einzigartige Symbiose aus Form und Funktion

Der Mercedes-Benz Future Bus ist jedoch radikaler als seine Vorgänger und bricht bewusst mit Konventionen und herkömmlichen Design- und Raumkonzepten von Stadtbussen. Er ist auf dem berühmten weißen Blatt Papier entstanden. Ergebnis: Die Außen- und Innengestaltung ergibt eine außergewöhnliche Symbiose aus Form und Funktion.


So besticht die Frontpartie durch ihre klare Gliederung. Unter der Windschutzscheibe steht der Mercedes-Stern als Markenzeichen im Mittelpunkt. Von ihm gehen seitlich jeweils zwei weiße Lichtleisten aus. Die Designer bezeichnen sie aufgrund ihrer Form als „Paddel“. Ihre Beleuchtung in weiß (manuell) und blau (teilautomatisiert) weist auf den aktuellen Fahrzustand des Omnibusses hin.

Die Windschutzscheibe mündet oben in einer kompakten Zielschildanzeige. Ein Paneel deckt den Bereich über dem Fahrer ab. Dieser Kniff der Designer symbolisiert, dass der Fahrer an Bord des teilautomatisierten Stadtbusses am Steuer eine zurückgenommene Rolle spielt. Auf klassische Außenspiegel verzichtet der Technologieträger, stattdessen finden Kamerasysteme Verwendung, sogenannte Mirrorcams.

Die tiefe Seitenwand orientiert sich in ihrer Grundform am aktuellen Citaro. Deutlich wird dies zum Beispiel an den dynamisch gestalteten Radläufen. Die Seitenwände sind ebenso in silber gehalten wie die umlaufende Dachverkleidung. Sie verdeckt die Dachaufbauten und führt somit zu einem geschlossenen Erscheinungsbild. Die Verkleidungen sind bewusst asymmetrisch gestaltet. Sie orientieren sich damit sowohl an städtischen architektonischen Formen als auch streng an der Funktion. So deckt zum Beispiel eine Blende außen auf den Fenstern der linken Seite das Infoterminal auf der Innenseite ab.


Zwei Doppeltüren in der Mitte beschleunigen den Fahrgastfluss

Gewohnte Pfade verlässt ebenfalls die Türanordnung des Stadtbusses. Sie ist – wie der ganze Bus – neu gedacht. Die üblichen Türen in Höhe des Fahrerplatzes und nach der Hinterachse entfallen, stattdessen betreten und verlassen die Fahrgäste den Bus durch zwei doppeltbreite Türen zwischen den Achsen.

Diese Türen sind mit Leuchtbändern gekennzeichnet – von außen bedeutet die Farbe Grün Einstieg, Rot Ausstieg – und beschleunigen den Fahrgastfluss in Höhe der Stehplatzzone zwischen den Achsen. Sie wird dadurch zur „Hauptverkehrszone“ im Stadtbus, denn hier konzentriert sich das Gros der Fahrgäste, die nur kurze Strecken zurücklegen. Damit werden gleichzeitig die anderen Bereiche des Innenraums beruhigt – ein Vorteil für Fahrgäste mit längerer Verweildauer an Bord.

Ein elektronisches Ticketsystem macht die herkömmliche Kontrolle von Fahrscheinen durch den Fahrer überflüssig. Das Ticketsystem ist ein wesentlicher Teil der Konnektivität des Omnibusses – der Fahrer kann sich auf seine eigentliche Tätigkeit konzentrieren, er ist weder Fahrscheinverkäufer noch Ticketkontrolleur.

Gleichzeitig beschleunigt das E-Ticketing den Fahrgastfluss nochmals erheblich, das bedeutet kürzere Verweildauer an Haltestellen und damit schnellere Reisezeiten und eine höhere Attraktivität der Fahrt mit dem Omnibus für die Fahrgäste. Das Design mit dem völlig neu gestalteten Fahrgastfluss nimmt damit einen positiven Einfluss auf das Gesamtverkehrssystem Omnibus.

Ecksäulen wie ein Rahmen, innovative Rückleuchten

Neu gestaltet ist ebenfalls das Heck mit einer schwarzen Grundfarbe. Das Paneel links oben nimmt die Gestaltung der Frontpartie auf. Die Ecksäulen sind wie ein Rahmen ausgebildet und vermitteln Stabilität. Sie gehen fließend in die Verkleidungen von Dach, Seitenwänden und Heck über. Neu sind ebenfalls die Rückleuchten. Der Streifen zwischen den Heckleuchten signalisiert den Fahrmodus: teilautomatisiert leuchtet er blau, weiß im manuellen Betrieb.

Design und Funktion ergänzen sich beim Mercedes-Benz Future Bus perfekt und setzen in ihrer Kombination neue Maßstäbe. Doch so außergewöhnlich und aufregend der Stadtbus auch gestaltet ist, seine Basis bildet der vieltausendfach bewährte Mercedes-Benz Citaro in der Ausführung mit stehendem Motor. Das tragende Gerippe des Omnibusses bleibt nahezu unangetastet.

Interieur: vom Fahrgastraum zum Fahrgasttraum

Ebenso wie das Exterieur vermittelt auch das Interieur des Mercedes-Benz Future Bus völlig neue Perspektiven beim Blick auf den Öffentlichen Personennahverkehr von morgen. Der Fahrgastraum des Technologieträgers bildet einen Kontrast zu gewohnten Innenraum-Layouts. Er orientiert sich an öffentlichen Räumen wie Plätzen oder Parks und hat mit dem gewohnten Anblick eines Stadtbusses nichts mehr zu tun. Drinnen und draußen verschwimmen, auch durch sein Design verbindet sich der Omnibus mit seiner Umwelt und wird eins mit ihr.

Der durchgehend niederflurig gestaltete Bus teilt sich in drei Raumbereiche: Vorn ist der Bereich „Service“ in Fahrernähe angesiedelt, in der Mitte in Türnähe der Bereich „Express“ für kurze Strecken mit Schwerpunkt auf Stehplätze und schnellen Fahrgastfluss. Hinten schließt sich „Lounge“ an, gedacht für eine längere Verweildauer.

Der gesamte Fahrgastraum ist trotz dieser unterschiedlichen Nutzungszonen offen gestaltet. Der Bodenbelag ist hell weiß/hellblau gescratcht und mit Glitzer-Einlagen versehen. Er erinnert optisch an eine Eisfläche, eine Verbeugung auch vor dem Veranstaltungsland der Weltpremiere. Eine Lichtleiste erleichtert die Orientierung im Raum. Sie wechselt fließend ihre Farbe, je nach Fahrzustand des Busses zwischen weiß (manuelles Fahren) und blau (teilautomatisiertes Fahren).

Die ohnehin üppige Verglasung wird optisch durch ein schwarzes Band nochmals vergrößert. Auf halber Höhe mäandert eine silbergraue Stoffbahn entlang der Wände durch den Bus, sie unterstreicht die Wohnlichkeit des Interieurs. Generell verwandelt sich der Stadtlinienbus in einen urbanen Lebensraum.

Diesen Schritt betont auch seine Sitzeinteilung: Die Fahrgastsitze sind im Unterschied zur üblichen Anordnung längs an den Wänden orientiert und asymmetrisch angeordnet. Ihre Gruppierung erinnert ebenfalls an einen Platz oder eine Parkanlage mit Bänken. Daraus resultiert der Eindruck eines strukturierten Raumes mit unterschiedlichen Rückzugsmöglichkeiten. Die Sitze bestehen aus weiß glänzenden Schalen mit gepolsterter Sitzfläche und einer hellgrünen Rückenlehne. Ihre Form ist Designersesseln nachempfunden. Die Formensprache verbindet klassische Sesselkonturen mit aktuellem Zeitgeist. In diesem Umfeld fühlen sich die Einsteigenden im wörtlichen Sinne als Fahrgäste.

Haltestangen wie Bäume, Beleuchtung wie Blätter, Sonne an der Decke

Zentral sind die Haltestangen für stehende Fahrgäste angeordnet. Bereits in aktuellen Stadtbussen gibt es in größeren Stehplatzsegmenten einen Trend zu mittig angeordneten Haltestangen ähnlich einem Dreizack. Diese Idee führt der Technologieträger fort und kombiniert sie mit der parkähnlichen Aufteilung des Innenraums. Ergebnis sind deckenhohe, dreieckig geformte, metallisch-helle Haltestangen. Sie lassen sich gut greifen und verästeln sich nach oben wie ein Baum.

Entsprechend erinnert die Deckenbeleuchtung in Form geometrischer Muster an ein Blätterdach und gruppiert sich nahe an den Verästelungen. Die Decke selbst ist in Material und Farbe geteilt: Auf der Fahrerseite ist sie reinweiß seidenmatt gehalten, auf der rechten Seite besteht sie dagegen aus hellem Stoff mit hellgrünen Schnittflächen. Sie trägt damit optisch die Sonne in den Bus, unterstützt durch die Innenbeleuchtung. Der Fahrgastraum entpuppt sich als ein Wohlfühl- und Lebensraum, den die Passagiere nicht notgedrungen, sondern gern aufsuchen.

Informationen, Unterhaltung und Werbung über große Monitore

Neben seiner Optik und Materialauswahl weist der Technologieträger Mercedes-Benz Future Bus auch neue Wege in der Informationstechnologie und der damit verbundenen Vernetzung. Mittels zweier Monitore im Format 43 Zoll erhalten Fahrgäste Informationen. Sie sind im mittleren Bereich des Fahrgastraums auf der linken Seite über Kopfhöhe in einer Konsole eingebettet.

Hier lässt sich der Linienverlauf des Busses verfolgen, hier gibt es Information und Unterhaltung ähnlich wie in einem Flughafen-Wartebereich. Ob aktuelle Nachrichten, das Bild einer Fahrerkamera oder Werbeeinblendungen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und die Fahrgastinformation erreicht ein völlig neues Niveau.


Cockpit: innovativer Fahrerplatz als Teil des Innenraums

Im Stadtbus von morgen nimmt der Fahrer ebenfalls in einem Cockpit von morgen Platz. Sein Arbeitsplatz unterscheidet sich grundlegend vom gewohnten Citybus des Jahres 2016. Zum Beispiel verzichtet der Mercedes-Benz Future Bus auf eine Abschottung des Cockpits – der Fahrerplatz wird Teil des Innenraums und kommt sogar ohne Trennung durch eine Kabinentür aus. Eine gewisse Separierung ergibt sich indes automatisch durch den Entfall der vorderen Einstiegstür.

Das Cockpit selbst ist ebenso freundlich wie wohnlich ausgestattet. So ist der Fahrerplatz des Stadtbusses ebenso mit dem silbergrauen Stoff eingefasst, der sich wie ein Band durch das Fahrzeug zieht. Aufgrund der teilautomatisierten Fahrweise mit einer Fülle automatisierter Abläufe und Aktionen verzichtet der Stadtbus von morgen auf das bekannte, weitgehend standardisierte VDV-Cockpit. Stattdessen findet ein luftig-leichter Instrumententräger Verwendung.

Display mit reduzierten Fahrzeug- und vielen Streckeninformationen

An die Stelle herkömmlicher Instrumente tritt ein informatives Display im Format 12,3 Zoll mit spezifischen Informationen. Sie sind in Sachen Fahrzeugfunktion auf das Wesentliche reduziert, in Bezug auf die Streckeninformation dagegen erheblich erweitert. Gleichzeitig wurde die Art der Anzeige auf einen neuen Stand gebracht.

Zentral wird die aktuelle Geschwindigkeit digital angezeigt, außerdem symbolisch die vorausliegende Strecke mit den nächsten Ampeln oder Haltestellen einschließlich der entsprechenden Entfernung. Darüber hinaus meldet das Display auch die kommenden Aktivitäten – wenn zum Beispiel ein automatischer Stopp an Ampel oder Haltestelle bevorsteht. Auch kommende Ein- und Ausfahrten von Tunneln werden angezeigt. Das Zentralinstrument weist ebenso auf vorausfahrende Fahrzeuge hin wie auch auf eventuelle Hindernisse und beziffert den entsprechenden Abstand.

Wird der Bus im manuellen Modus von einem Fahrer gelenkt, kommt als zweite Geschwindigkeitsanzeige ein Rundinstrument mit Kreissegmenten hinzu, außerdem werden die Ziffern der digitalen Anzeige größer.

Ampeln und Haltestellen in einer Informationsdarstellung

Rechts im Display erscheint bei einer Ampel, Haltestelle, einem vorausfahrenden Fahrzeug oder einem Hindernis eine Informationsdarstellung. Sie hat die Form eines Bogens. An Ampeln und an Haltestellen signalisiert sie mit einem Countdown über farbige Kreissegmente sowie in Ziffern mit Sekunden die voraussichtliche Dauer bis zur Weiterfahrt, das Erreichen der Ampel bzw. bis zum Umschalten. An einer stilisierten Silhouette des Busses kann der Fahrer außerdem den Status der Türen ablesen, wichtig beim Stopp an der Haltestelle.

Auf der linken Seite des Displays zeigen Rundinstrumente mit farbigen Kreissegmenten den Stand von Kraftstoff und AdBlue sowie den Stromhaushalt. Eine Funktionsleiste oben im Display enthält die Icons über die Funktion aller Systeme, zum Beispiel das Ampelerkennungssystem mit Kamera- und V2I (Vehicle to Infrastructure) oder das Lokalisierungssystem. Eine zweite Funktionsleiste unten im Display informiert den Fahrer unter anderem über Kilometerstand und den Status des Getriebes mit dem eingelegten Gang. Hier sind außerdem die Kontrollleuchten angesiedelt.

Gewohnte Bedientasten nach links verlegt

Die gewohnten Bedientasten und Schalter eines herkömmlichen Stadtbusses werden bei teilautomatisierter Fahrt nicht benötigt – ob Türen, Beleuchtung oder Scheibenwischer, die Bedienung erfolgt automatisch. Deshalb sind die entsprechenden Bedienelemente aus dem Armaturenbrettbereich nach links auf die Konsole unterhalb der Fensterbrüstung verlegt. Hier sind sie jedoch stets griffbereit für manuelle Fahrten außerhalb von abgeschlossenen BRT-Strecken.

Aufgrund der Mirrorcams blickt der Fahrer des Omnibusses für den Blick zurück nicht mehr in herkömmliche Außenspiegel. Die außen angebrachten Kamerasysteme übertragen das Bild auf großflächige Monitore. Sie sind innen in Nähe der A-Säule angebracht. Die Montage in der gewohnten Höhe klassischer Spiegel erleichtert erfahrenen Omnibusfahrern den Wechsel auf die neue Technik.

Alternativen zum hochmodernen Dieselmotor: Gas- und Elektroantrieb

Auf der entgegengesetzten Seite des Technologieträgers ist seine Antriebseinheit angeordnet: Links im Heck arbeitet der Reihensechszylinder Mercedes-Benz OM 936, derzeit der wohl modernste Dieselmotor weltweit für Stadtbusse. Er leistet 220 kW (299 PS), erfüllt die strenge Abgasstufe Euro VI und überträgt seine Kraft über ein Wandler-Automatikgetriebe auf die angetriebene Niederflur-Portalachse.

Dabei muss es jedoch nicht bleiben: Alternativ ist ebenso der neue Mercedes-Benz Gasmotor M 936 G denkbar. Er überzeugt durch nochmals geringere Emissionen als ein Dieselmotor und einen abermals leiseren Lauf. Auch damit ist längst noch nicht die Grenze der Möglichkeiten erreicht, schließlich hat Mercedes-Benz für das Jahr 2018 einen batterieelektrischen Antrieb für Stadtbusse angekündigt. Diese Variante eröffnet durch den Entfall des Motorturms im Heck weitere Möglichkeiten zur attraktiven Gestaltung des Fahrgastraums. Vor allem aber fährt der Mercedes-Benz Future Bus dann nicht nur teilautomatisiert und extrem sicher, sondern auch vor Ort abgasfrei und flüsterleise in die Zukunft.


Fotos und Text:
Daimler AG


admin


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