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Mercedes-Benz Citaro LE
11.09.2013 - 01:00

Mercedes-Benz Citaro LE

Low Entry: fahrgastfreundlich und wirtschaftlich

Der Begriff Low Entry (übersetzt: „niedriger Einstieg“) deutet es bereits an: Vom Vorderwagen bis einschließlich des Mitteleinstiegs sind Omnibusse dieser Kategorie vollwertige Niederflur-Fahrzeuge, die nach der mittleren Einstiegstür (Tür 2) als Hochboden-Fahrzeuge ausgeführt sind. Dieses „Misch¬prinzip“ führt einerseits zu hohem Fahrgastkomfort selbst für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität. Andererseits erlaubt es einen unkomplizierten und wartungsfreundlichen Einbau der Aggregate im Heckbereich.


Bewährte Komponenten aus Niederflur- und Hochbodenbus

Wie sein Vorgänger kombiniert der Citaro LE mit Euro VI-Motor die Vorteile von Niederflur- und Hochbodenbus. Beide Linienbusse, Citaro LE und Citaro, sind bis in den Bereich hinter der mittleren Einstiegstür nahezu identisch. Der Niederflur-Bereich des Citaro LE entspricht exakt dem Citaro Solobus. Im hinteren Teil des Fahrgastraums profitieren die Passagiere gleichzeitig von einem erhöhten Fahrkomfort, denn Antriebsachse und Getriebe stammen aus dem Überland- und Reisebusbaukasten. Dank seines angehobenen Dachs verfügt der Citaro LE auch im hinteren Bereich über Stehplätze. Der Citaro LE ist aber nur dort erhöht, wo es nötig ist: Aufgrund der Übernahme des serien¬mäßigen Citaro-Wagenkörpers im vorderen Bereich entsteht sowohl vorne als auch hinten im Citaro LE ein sehr angenehmes und harmonisches Raumgefühl. Gleichzeitig bleibt die schlanke und markante Außenoptik des Citaro im vollen Umfang erhalten.


Die Optik des Citaro LE

Im Gegensatz zum Vorgänger, dessen Seitenlinie im Heckbereich anstieg, ist der neue Citaro LE kaum vom Citaro Solowagen zu unterscheiden. In der Seitenansicht fällt der ab Wagenmitte um 310 mm erhöhte Boden nur durch den länger nach vorn gestreckten Dachaufbau auf. Die Übernahme des vorderen Wagenteils vom Citaro und der Verzicht auf eine Erhöhung in diesem Bereich verhindert ein unproportioniertes Höhen-Erscheinungsbild des Busses. Die Seitenlinie bleibt vollständig erhalten. Die wahlweise lieferbare Dach-Klimaanlage kann auf ihrem vom Citaro her gewohnten Platz verbleiben. Im Alltag werden die Fahrgäste den äußeren Unterschied zwischen Citaro und Citaro LE zumindest nicht wahrnehmen. Auch das Heck ist direkt vom Solowagen abgeleitet. Lediglich die rechtsseitig angeordneten Kühlrippen der Heckklappe sowie der angehobene Dachübergang lassen auf die LE-Variante schließen.


Ein echter Citaro - auch innen

Im Fahrgastraum zeigt der Citaro LE mit wandseitig befestigter Cantilever-Bestuhlung für den Stadtbus und Doppelsitzen mit gangseitigem Stuhlfuß sowie den typischen, oben nach außen gebogenen Haltestangen unverkennbar die Citaro Familie. Die angehobene Decke im Heckbereich spiegelt das Design des vorderen Deckenbereichs 1 zu 1 wider. Der Querkanal im Übergang vom Niederflur-Vorderwagen zum erhöhten Hinterwagen dient der Unterbringung einer Fahrtzielanzeige bzw. eines Monitors für die hinteren Sitzreihen.


Während der Citaro LE auf die bewährte City Star Eco Bestuhlung zurückgreift, wird bei der Überland-Variante des Citaro LE der Überland-Stuhl Inter Star Eco verbaut. In der Überland-Variante können von vorne bis in den Bereich über der Hinterachse geräumige, wannenförmige Gepäckablagen angebracht werden. Die Gepäckablagen verfügen über Handläufe, die stehenden Fahr¬gästen als Haltemöglichkeit dienen. Optional lassen sich für den Überland¬einsatz Service-Sets mit Düsenbelüftung, Leselampen und Tastschalter für eine Fahrgast-Meldeanlage in die Gepäckblagen integrieren.

Wie beim Vorgängermodell führen vor der Hinterachse zwei flache Stufen von jeweils 195 mm Höhe in den Hochboden-Bereich des Hecks. Hier herrscht dank der Dacherhöhung um 310 mm ein ähnlich angenehmes Raumgefühl wie vorne. Die Stehhöhe vor dem Heckpodest hinten beläuft sich auf geräumige 2,05 m. Der Hochbodenteil steigt ab Tür zwei nur leicht an, verzichtet aber gänzlich auf Stufen. Dies kommt der passiven Sicherheit und der Reinigungsfreundlichkeit des Fahrzeugs zugute. Alle Fahrgäste nehmen im hinteren Teil des Busses in Fahrtrichtung Platz. Die Sitze steigen hier gleichmäßig im Stil einer Theaterbestuhlung an. Auf der Rücksitzbank können fünf Fahrgäste Platz nehmen.


Hinterachse RO 440: Fahrkomfort wie im Reisebus

An der Hinterachse findet aufgrund des dortigen Hochboden-Konzepts die Hypoidachse RO 440 Verwendung, die sich unter anderem bereits in den Mercedes-Benz Reisebussen bewährt hat. Das große Plus der Hypoidachse gegenüber der Portalachse von Fahrzeugen mit durchgängigem Niederflur¬boden ist die einstufige Übersetzung im mittig angeordneten Differenzial mit entsprechend geringen inneren Reibungswiderständen und daraus resultierenden, günstigen Verbrauchswerten und niedrigem Geräuschniveau. Die großzügigeren Bauraum-Verhältnisse im Hochbodenbereich der Hinter¬achse lassen eine komfortable Federung auf dem Niveau eines Reisebusses zu. Der maximale Einfederweg der Achse RO 440 im Vergleich zu einer Portalachse steigt um 70 Prozent, das entspricht 50 mm Weg, von 70 mm auf 120 mm.

Kräftige Euro VI-Motoren mit Power-Boost Option

Der Citaro LE greift bereits auf die von Grund auf neu entwickelten und über¬aus sparsamen Euro VI-Motorenbaureihen des Mercedes-Benz Citaro zurück. Die Basis bildet der stehend eingebaute Reihen-Sechszylinder OM 936 mit einem Hubraum von 7,7 Litern. Der Motor erfüllt serienmäßig die Abgasstufe Euro VI und hat unlängst im Record Run Buses 2012 ein Kraftstoff-Einsparpotential von bis zu 8,5 Prozent gegenüber einem Euro V-Motor bewiesen. Als Basis-Motorisierung ist das Aggregat mit 220 kW (295 PS) vor¬gesehen. Optional kann auf die 260 kW (354 PS) Variante zurückgegriffen werden. Der OM 936 arbeitet mit zwei asymmetrischen Abgasturboladern und einer zweistufigen Aufladung, was einen durchzugsstarken Antritt verspricht.

Für einen noch besseren Antritt soll das neue Power-Boost-System (PBS) sorgen. In Kürze wird diese technische Finesse für den Motor mit 260 kW Leistung bereitstehen. Gerade für topografisch anspruchsvolle Gegenden garantiert das neue System ein besseres „Sprintverhalten“ beim Anfahren. Dabei pumpt das Power-Boost System Druckluft aus der Serien-Druckluft¬anlage in den Ansaugtrakt des Motors und sorgt damit für eine kurzfristige Luftdurchsatzerhöhung. Das erhöht kurzfristig das Anfahrdrehmoment, was bei Haltestellen in Steigungen von unschätzbarem Wert ist.

Geschaltet wird der Citaro LE wie sein Stadtbus-Pendant mit einem Automatik-Getriebe, wahlweise von ZF oder Voith.

Die Varianten des neuen Citaro LE

Das Programm des Citaro LE setzt sich aus zweiachsigen Stadt- und Überland-Linienbussen zusammen. Der Stadtbus Citaro LE steht mit 12 m Länge und zwei oder drei Türen zur Wahl. Die Überlandbus-Variante Citaro LE Ü (12 m Länge) verfügt über zwei Einstiegstüren, der Citaro LE MÜ (13,1 m Länge) ist sowohl mit zwei also auch mit drei Einstiegstüren erhältlich. Alle Varianten des Citaro LE sind einheitlich 2,55 m breit und im Heckbereich maximal 3,315 m hoch. Der Citaro LE bietet als Stadtlinienbus 101 Fahrgästen Platz, im Überlandbus liegt die Beförderungskapazität bei 83 Passagieren (jeweils plus Fahrerplatz).



Fotos und Text:
Daimler AG


admin


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