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Neoplan „Do-Lux“ NB 20 L
17.10.2009 - 01:00

Neoplan „Do-Lux“ NB 20 L
  • Erster Doppeldecker für Touristik
  • Spezielle Auslegung als Sightseeing-Bus für Stadtrundfahrten


Neoplan Do-Lux – Baujahr 1965

Das Konzept, Omnibusse zur Erhöhung des Fassungsvermögens als Doppeldecker zu bauen, ist fast so alt wie der Omnibus selbst. Allerdings wurde es nur bei Linienbussen angewendet. Auch bei Neoplan fand dieses Prinzip Anwendung, jedoch hat Neoplan es erstmals auf Busse für den touristischen Verkehr übertragen.

Im Frühjahr 1965 stellte Neoplan den ersten Doppeldecker für rein touristische Zwecke vor. Es handelte sich dabei um ein Sightseeing-Doppeldeck-Luxusbus (Do-Lux), der auf Wunsch der Firma Magasch (Berolina) aus Berlin entwickelt worden war. Bei einer Länge von 11,0 m bot der Bus 79 Fahrgästen Platz.


Neoplan Do-Lux für Berolina-Stadtrundfahrten – Baujahr 1965

Mit seinen schrägen Fensterstreben und den im Oberdeck ins Dach gewölbten Seitenscheiben, unter denen sich noch kleine Schiebefenster zum Lüften befanden, und seiner Front entsprach der Bus im Styling dem Typ Hamburg. Durch eine sattelförmige Ausbildung des Zwischendecks, kam man mit einer Gesamthöhe von 3,80 m aus. Der Mittelgang des Unterdecks reichte bis dicht unter die Sitzflächen des Oberdecks, die fischgrätenförmig in der Mitte angeordnet waren. Der Zugang zum Oberdeck erfolgte über zwei seitliche Treppen, die durch eine zweiteilige Außenschwingtür auf der Fahrzeugrückseite erreichbar waren.


Der Aufstieg zum Oberdeck erfolgte über Treppen (links im Bild). Gut zu erkennen, die sattelförmige Ausbildung des Mittelgangs im Unterdeck.

Die Sitze im Oberdeck waren schräg zur Fahrtrichtung in der Mitte als Einzelsitze angeordnet, was den Fahrgästen einen guten Ausblick ermöglichte.

Um den Fahrgästen im Unterdeck die Sichtverhältnisse zu verbessern, wurde noch im selben Jahr eine neue Do-Lux-Variante vorgestellt, die um 20 cm höher war und auch im Unterdeck kleine Schiebefenster unter den Seitenscheiben hatte.


Innenansicht vom Oberdeck des Neoplan Do-Lux.

Motorisiert war der erste Do-Lux mit einem MAN-Unterflurmotor, der 150 PS leistete. Spätere Modelle wurden mit dem Büssing-Motor U 7 ausgestattet. Darauf basiert auch die Typenbezeichnung NB 20 L. Wobei das B für Büssing-Motor und das L für Luftfederung stand.


Heckansicht des Neoplan Do-Lux mit der zweiflügeligen Außenschwingtür.

Natürlich erregte dieser Bus erhebliches Aufsehen, sowohl bei den Fahrgästen als auch bei den Busunternehmern. Letztere wollten der Konkurrenz nicht nachstehen und orderten ebenfalls diesen neuen Omnibus. Einer der ersten waren hier in Berlin die Firma Severin + Kühn und in Köln die Firma Globus-Reisen.

Doch schon bald wurde der Do-Lux nicht nur für Stadtrundfahrten, sondern auch im Ausflugsverkehr eingesetzt, was zur Weiterentwicklung des Doppeldeckers zum Reisebus wie wir ihn heute kennen, führte.


2 Do-Lux-Busse für Severin + Kühn in der 4 m-Ausführung mit den zusätzlichen kleinen Seitenscheiben im Unterdeck.



Neoplan Do-Lux NB 20 L für Berolina


Fotos:
Neoplan
Omnibusarchiv


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