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Setra S 7
15.02.2009 - 00:00

Setra S 7
  • Nachfolger des Setra S 6
  • Eine neue Busgeneration kündigt sich an


Der Setra S 7

Auf der IAA 1965 stellte Kässbohrer neben dem S 15 auch einen neuen Clubbus vor, den Setra S 7. Dieser Bus sollte die Lücke ausfüllen die entstanden war, nachdem der Bau des Setra S 6 eingestellt wurde. Mit seinem neuen kantigen Design war er gleichzeitig der Vorgänger einer neuen Generation von Setra-Omnibussen.

Mit einer Länge von 7.670 mm war er 970 mm länger als sein Vorgänger und bot dadurch einer Sitzreihe mehr Platz. Die Breite betrug 2.300 mm und die Höhe 2.880 mm. Ein Bus in dieser Größe verlangt wegen seines kurzen Radstandes und wegen der knappen Raumverhältnisse zur Unterbringung des Triebwerkes ein besonderes Fahrwerk, um einen optimalen Reisekomfort zu bieten. Bei Kässbohrer blieb man aber trotzdem bei der grundsätzlichen Setra-Baukastenweise und man verwendete viel Mühe daran, diese Nachteile auszugleichen.


Der Setra S 7

Bei den Abmessungen ging man davon aus, dass bei einem Sitzabstand von mindesten 820 mm sieben Sitzreihen untergebracht werden müssen. Daraus ergab sich dann die Gesamtlänge des Fahrzeugs. Zwar kommt ein kurzer Radstand der Wendigkeit zugute, fördert aber andererseits die Nickneigung des Busses, die durch einen langen Radstand unterbunden wird. Das Hauptproblem war aber die bewährte Triebwerksanordnung im Heck, die bei der normalen Folge von Motor, Getriebe, Gelenkwelle und Hinterachse ein bestimmtes Längenmaß verlangt. Dam man ein (für die damalige Zeit) leistungsstarkes Triebwerk einbauen wollte, musste man sich in Bezug auf die Antriebsanordnung bei diesem Bus etwas einfallen lassen.

Das Problem wurde dadurch gelöst, dass man Motor und Getriebeblock bis an die Hinterachse heranrückte, mit der Gelenkwelle über die Achse hinweg zu einem an dieser Stelle angeflanschten Umlenkgetriebe ging und dann anstatt von hinten, von vorne in die Achse hinein. Durch diese Anordnung konnte der hintere Überhang um einen halben Meter verkürzt und die Gewichtsverteilung optimiert werden.


Hinterachse mit Umlenkgetriebe, Gelenkwelle und Getriebeblock

Da man bei Kässbohrer davon ausging, dass ein so kompakter und schneller Bus auch schneller gefahren wird, kam als Vorderachse nur eine Einzelradaufhängung in Frage. Der S 7 bekam sie, und zwar mit wartungsfreien Doppeltrapezlenkern, Schraubenfedern und kräftigen Teleskopstoßdämpfern.


Die Vorderachskonstruktion mit Doppeltrapezlenkern und wartungsfreien Lagern. Auf den Tellern in der Gabelung werden die Schraubenfedern und die Gummihohlfeder aufgesetzt.

Als Motor wählte man den Sechszylinder-Reihenmotor 6 R 1013 VT-K von Henschel. Er leistete 132 PS bei einem Hubraum von 6.126 ccm. Als Getriebe gab es serienmäßig das ZF 5-Gang-Synchrongetriebe S 5-35, man konnte sich aber auch das 8-Gang-Schnellschaltgetriebe S 8-45 einbauen lassen. Letzteres war, besonders in den Bergen, besser geeignet, da die Schaltvorgänge einfacher waren und der Bus mehr Zugkraft besaß.

Der Fahrerplatz entsprach schon komplett dem seiner späteren Nachfolgern der hunderter Baureihe.


Der Fahrerplatz im S 7

Die Reisebusausführung des S 7 war serienmäßig mit einer Dachrandverglasung ausgestattet. Wegen der Kürze des hinteren Überhangs und der Größe sowie Anordnung
des Motors war der Einbau einer Hecktür nicht möglich, sodass sich beim S 7 die zweite Fahrgasttür immer vor der Hinterachse befand. Für den Export gab es auch Modelle, die auf eine zweite Fahrgasttür verzichteten. Zwei Jahre nach seinem Erscheinen gab es noch eine Linienbus-Variante mit einer breiten Mitteltür und ebenem Fußboden. Dieser Bus erhielt die Zusatzbezeichnung City.

Wie am Anfang erwähnt, wurde der Bus serienmäßig mit sieben Sitzreihen und einem Sitzabstand von 820 mm ausgestattet. Man konnte jedoch auch sechs Sitzreihen einbauen lassen, worauf sich der Sitzabstand auf 970 mm vergrößerte, was auch den Einbau von Schlafsesseln möglich machte.


Die Prospektzeichnung veranschaulicht die Möglichkeiten der Sitzabstände.

Gebaut wurde der Bus bis 1968, dann wurde er von dem Setra S 80 abgelöst. Dieser wiederum besaß viele Elemente, die aus dem S 7 übernommen wurden. In den zweieinhalb Jahren wurden 156 Busse vom Typ S 7 gebaut.


Technische Daten



Fotos:
Kässbohrer fahrzeugwerke GmbH


admin


gedruckt am 12.08.2020 - 00:12
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